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Optimierung von Verpackungen in Bezug auf Materialien, Maße, Gewicht

Die Optimierung der betrieblichen Beleuchtung bzw. des Lichtkonzeptes kann den Stromverbrauch reduzieren und neben den positiv, ökologischen auch finanzielle Auswirkungen haben….

Beschreibung

Optimierung von Verpackungen in Bezug auf Materialien, Maße, Gewicht

Einfluss auf Emissionskategorien
1.2 Mobile Anlagen
3.1 Eingekaufte Güter und Dienstleistungen
3.4 Transport und Verteilung (vorgelagert)
3.5 Abfallstoffe
3.9 Transport und Verteilung (nachgelagert)

Informationen zur Maßnahme

Verpackungslösungen sollten in Bezug auf Materialien, Maße, Gewicht usw. untersucht werden, um die Treibhausgasauswirkungen zu optimieren. Zum Beispiel können Recyclingmaterial, Papierlösung statt Styropor sowie Mehrwegtransport- und Umlaufverpackungen eingesetzt werden.

Reduktionspotenzial

  • Bezogen auf den Transport von 1.000 t Obst und Gemüse:
    • das Mehrwegsystem (PC) verursacht etwa 14,5 t Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e)
    • das Einwegsystem (CB) verursacht 37,7 t CO2e

Recyclingmaterial:

Durch eine Kreislaufführung von insgesamt 1,8 Millionen t Wertstoffen konnte beispielsweise ein Kreislaufdienstleister im Jahr 2021 mit seinen Kund*innen rund:

  • 12,5 Millionen t Primärressourcen einsparen
  • etwa eine Million t Treibhausgasen vermieden werden
  • Kosten für klimabedingte Umweltschäden in Höhe von 199 Millionen Euro eingespart werden (gemäß Umweltkostenermittlung des Umweltbundesamtes)

Papier statt Styropor:

  • 25 % des Mülls auf Deponien besteht aus Expandiertem Polystyrol (EPS)
  • für die Herstellung von 1 kg Styropor werden fast 3 l Erdöl gebraucht, ist nicht abbaubar und braucht Jahrhunderte, bis es zu Mikroplastik zersetzt wird
  • besser auf Alternativen wie Papier, Pappe oder Stroh zurückzugreifen

Mehrwegtransportverpackung: 1

  • Einweg: Aluminium –7,57*, Weißblech -3,11*, Kunststoff –2*
  • Mehrweg: Glas –0,04*, PET –0,03*

*CO2 in kg/kg pro Verwendung

Praktische Schritte zur Umsetzung

  1. Bestandsaufnahme der vom Unternehmen üblicherweise verwendeten Transportverpackungen in Zusammenarbeit mit dem Einkauf
  2. Analyse der Anforderungen an die verwendeten Verpackungen durch Einkauf, Logistik, Produktion, Konstruktion
  3. Prüfung alternativer Verpackungslösungen in Zusammenarbeit mit Einkauf und Logistik
  4. Verwendung von wiederverwendbaren Verpackungen

Aufwand & Kosten

  • Die Wiederverwendung von Verpackungen kann teurer sein als Einwegverpackungen
  • Wiederverwendbare Verpackungen erfordern möglicherweise spätere Wartung und Reinigung
  • Aufwand und Kosten für die Prüfung der Anforderungen und Abgleich mit den Beschaffenheiten der verschiedenen wiederverwendbaren Verpackungen
Tipp
Dieser Mehraufwand kann allerdings an anderer Stelle in Form von vermiedenen Umweltkosten eingespart werden, da wiederverwertbare Verpackungen umweltfreundlicher sind.

Hürden bei der Umsetzung

  • Begrenzte Optionen für wiederverschließbare Verpackungen
  • Die Qualität von Mehrfachtransportverpackungen kann nicht vollständig bestimmt werden
  • Fehlende bzw. ungenaue Daten zu Fußabdrücken aus Einkauf und Produktion
  • Fehlende Integration von Dekarbonisierung in die Markenarchitektur/-positionierung
  • Unzureichende strategische Steuerung des Produkt-Portfolios aus Dekarbonisierungssicht

Unser Best Practice

Unternehmensbranche:  Handel, Produzierendes Unternehmen

Thema: Logistik

Schlagwörter: Verpackungslösungen

Name und Tätigkeit

Schulte Home GmbH ist ein Duschkabinenhersteller aus dem Sauerland, spezialisiert auf die Produktion von Duschkabinen, Duschwannen, Badewannenaufsätzen, Duschsystemen, Badheizkörpern und Duschrückwänden. Das Unternehmen ist führend auf dem europäischen Markt und bietet umfassende Lösungen für Badezimmerausstattungen, hergestellt in Deutschland. Das Unternehmen gehört zur Sanitär- und Badezimmerausstattungsbranche und der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich im Sauerland.

Umgesetzte Maßnahmen

Schulte Home GmbH hat verschiedene Maßnahmen zur Reduzierung von CO2-Emissionen durch Verpackungen umgesetzt. Ihr Ziel war es, Verpackungsmaterialien umweltfreundlicher zu gestalten, den Produktschutz beizubehalten und Abfall zu minimieren. Konkret wurden folgende Maßnahmen umgesetzt:

  1. Ersatz von Styropor: Für zwei Produkte, Duschrückwände und Badewannenaufsätze, wurde Styropor durch umweltfreundliche Pappumrandungen ersetzt.
  2. Verwendung von recycelter Plastikfolie: Statt herkömmlicher Plastikfolie verwendet das Unternehmen recycelte Plastikfolie für die Verpackungen, was zu Kosteneinsparungen von ca. 22 % und einer Einsparung von ca. 41.000 kg CO2e pro Jahr führt.
  3. Papierklebeband: Das Unternehmen setzt Papierklebeband anstelle von Plastikklebeband ein, was eine Emissionseinsparung von 7 % gegenüber dem ursprünglichen Klebeband ermöglicht.
  4. Papierlieferscheintaschen: Plastiklieferscheintaschen wurden durch 100 % klimaneutrales Papier ersetzt.
  5. Digitale Lieferscheine: In einigen Fällen wurde auf digitale Lieferscheine umgestellt, um den Bedarf an physischen Lieferscheintaschen zu reduzieren.
  6. Plastikfreie Umreifungsbänder: Statt Plastikbändern werden wiederverwendbare Spanngurte für die Fixierung von Paketen verwendet.

Tipps und überwundene Herausforderungen

Die gezielte Schaffung einer Stelle zur Verpackungsoptimierung und die Einbindung der Mitarbeiter waren Schlüsselfaktoren für den Erfolg der Maßnahmen. Schulte Home GmbH empfiehlt anderen Unternehmen, mit kleinen Schritten zu beginnen und das größte Reduktionspotenzial zu identifizieren. Die Einbindung der Mitarbeiter und die transparente Kommunikation über die Gründe und Auswirkungen der Maßnahmen sind ebenfalls entscheidend für den Erfolg.

Reduktionswirkung

Durch die umgesetzten Maßnahmen konnte Schulte Home GmbH signifikante Ergebnisse erzielen:

  • Kosteneinsparung von ca. 22 % durch den Einsatz von recycelter Plastikfolie.
  • Einsparung von ca. 41.000 kg CO2e pro Jahr durch die Verwendung von recycelter Plastikfolie.
  • Emissionseinsparung von 7 % durch den Einsatz von Papierklebeband im Vergleich zu Plastikklebeband.
  • Jährliche Einsparung von 9,6 km an Kunststoffbändern durch den Einsatz von wiederverwendbaren Spanngurten.