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Elektrifizierung des Fuhrparks

Die Optimierung der betrieblichen Beleuchtung bzw. des Lichtkonzeptes kann den Stromverbrauch reduzieren und neben den positiv, ökologischen auch finanzielle Auswirkungen haben….

Beschreibung

Elektrifizierung des Fuhrparks

Einfluss auf Emissionskategorien
1.2 Mobile Anlagen
3.6 Geschäftsreisen
3.7 Pendeln der Arbeitnehmer
3.8 Angemietete oder geleaste Sachanlagen

Informationen zur Maßnahme

Die Optimierung des Fuhrparks durch den Austausch der Antriebsart vom Verbrennungsmotor hin zu elektrifizierten Antrieben von PKW, LKW, Bussen, Schiffen sowie der Intralogistik (Gabelstapler, Ameise, etc.) sorgt für eine Reduzierung der lokalen CO2e-Emissionen im Unternehmen. Der Fokus liegt hier bei der Elektrifizierung des PKW-Fuhrparks.

Reduktionspotenzial

  • Aufgrund der verschiedenen Fahrzeugarten sehr individuell, Beispielrechnung für Mittelklassewagen E-Antrieb vs. Verbrennungsmotor:
    • Emissionsfaktoren: 2,67 kg CO2e / l Diesel1, 2,28 kg CO2e / l Benzin1, 420 g CO2e / kWh Strommix2
    • Verbrauch Verbrenner (ICE): 5,3 l / 100 km, Verbrauch E-Antrieb (BEV): 15,8 kWh / 100 km, Laufleistung von 240.000 km, inkl. Fahrzeugher- und -bereitstellung:
    • ICE Diesel: 47,9 t CO2e
    • BEV Strommix: 25,6 t CO2e (-47 %)
    • BEV Ökostrom: 14,2 t CO2e (-70 %)
    • Amortisation der erhöhten Herstellungsemissionen des BEVs: nach 45.000 bis 60.000 km

Praktische Schritte zur Umsetzung

  1. Ist-Analyse des aktuellen Fuhrparks unter ökologischen Kriterien (Alter, Laufleistung, jährliche Nutzung, Antriebsart, Motorisierung, Verbrauch, CO2e-Emissionen)
  2. Bedarfsanalyse über Anzahl, Standzeiten, notwendige Reichweiten, Ladevolumen etc. des Fuhrparks
  3. Festlegung von Kriterien, wann Fahrzeuge abzuschaffen/auszutauschen sind (z. B. nach auslaufenden Leasing-Verträgen, bei Verfügbarkeit, bei Reichweiten-Kompatibilität, Wirtschaftlichkeit, etc.)
  4. Identifikation der auszutauschenden/abzuschaffenden Fahrzeuge
  5. Kommunikation der Fuhrparkumstellung an alle Mitarbeitenden (besonders relevant bei vorhandener Skepsis)
  6. Kauf/Leasing der neuen Fahrzeuge
  7. Anpassung oder initiale Gestaltung einer Dienstwagenrichtlinie (Fahrzeugauswahl, ggf. Kostenübernahmen, Verhaltensvorgaben etc.)

Aufwand & Kosten

  • Zeitaufwand der Ist- und Bedarfsanalyse sowie zur Gestaltung oder Anpassung der Dienstwagenrichtlinie
  • Beschaffungskosten der neuen Fahrzeuge

Hürden bei der Umsetzung

  • Dienstwagen (Verbrenner) als Statussymbol
  • Vorurteile gegenüber der Nutzung elektrifizierter Fahrzeuge: zudem kann angemerkt werden, dass E-Autos zwar ein schnelles und einfaches Mittel sind, um THG Emissionen zu reduzieren aber sie sind keine wirklich umweltfreundlichere Alternative und eher als Übergangstechnik anzusehen, bzw. auch der Verzicht von E-Autos wäre umweltfreundlicher
  • Erhöhte Investitionskosten
  • Lieferschwierigkeiten von Neufahrzeugen
Tipp
Anreizsysteme schaffen, z. B. firmenweite CO2e-Zielwerte, Wettbewerbe, Bonus-Malus-System
Bereitstellung von Ladeinfrastruktur
Fahrtrainings und Informationsschulungen
Proaktive Kommunikation über Fuhrpark-Austausch

Unser Best Practice

Unternehmensbranche: Dienstleistungsunternehmen, Handel, Produzierendes Unternehmen

Thema: Fuhrpark, Geschäftsreisen, Logistik

Schlagwörter: Optimierung des Fuhrparks

Name und Tätigkeit

  • Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH (BSB): Touristischer Schiffsverkehr und eine Fährverbindung zwischen Friedrichshafen und Romanshorn (Schweiz).
  • Um 200 Mitarbeiter*innen und einem Umsatz von 20,5 Mio.
  • Der Hauptsitz der BSB ist Konstanz
  • Anzahl Standorte inkl. Konstanz: drei und zahlreiche Landestellen am deutschen Ufer des Bodensees

Wir betreiben mit 14 Fahrgastschiffen touristischen Schiffsverkehr und als Kooperationspartner eine Fährverbindung zwischen Friedrichshafen und Romanshorn (Schweiz). Das Spektrum unserer Kernkompetenzen liegen in der Vermarktung von Schifffahrtsangeboten, dem Reederei- und Hafenbetrieb sowie der Instandhaltung der Schiffe mit eigenen Werftbetrieben.

Umgesetzte Maßnahmen

Mit Inbetriebnahme von MS „Insel Mainau“ hat die BSB nun den ersten Baustein zur Dekarbonisierung der Schiffsflotte gelegt. Eingesetzt wird das Schiff im Überlinger See, wo es zwischen Uhldingen, der Insel Mainau und Meersburg pendelt.

107 t CO2e, 1.776 kg NOx, 1 kg Staub und 145 kg SOx -Reduktion Pro Jahr.

Scope 1 Maßnahme:

Fahrplanoptimierung: Neuer Fahrplan tritt ab Saison 2023 in Kraft. Dieser beinhaltet erhebliche Einsparungen der Kilometerleistung. Reduktion der THG-Emissionen um 272 t CO2e gegenüber dem Basisjahr 2018.

Scope 2 Maßnahme:

Seit dem Jahr 2022 setzt die BSB nur 100 % Ökostrom im Betrieb ein. Ökostrom wird aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne erzeugt, die unbegrenzt verfügbar sind. Dagegen sind fossile Energieträger wie Kohle und Erdgas begrenzt. Wenn mehr regenerative Energien genutzt werden, werden weniger fossile Energien verbraucht und wertvolle Ressourcen geschont. Durch den Einsatz von 100 % Ökostrom werden 49 t CO2e im Vergleich mit dem Basisjahr 2018 eingespart.

Tipps und überwundene Herausforderungen

Die Corona-Pandemie hatte große Auswirkungen auf die BSB. Weiterhin liegen für unseren größeren Schiffe noch keine geeigneten technischen Lösungen vor.

Allerdings hat ein sehr engagiertes Geschäftsführungsteam, welches die Dekarbonisierung der BSB vorantreibt, sehr geholfen.

Reduktionswirkung

Weitere Informationen

  • 1Umweltbundesamt 2016: CO2e-Emissionsfaktoren für fossile Brennstoffe
  • 2Umweltbundesamt 2022: Emissionen Strommix Deutschland
  • Agora – Car Policy für klimafreundliche Dienstwagenflotte
  • Elektromobilität – ein Ratgeber für Entscheider, Errichter, Betreiber und Nutzer
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